Schneider-Ergonomie    &                                 Kontakt und Impressum

Startseite    Über den Leitfaden    Was ist Softwareergonomie?    Probleme bei der Umsetzung    Benutzerorientierte Gestaltung    Projektaktivitäten   

Übersicht über die Projektaktivitäten

Dieser Abschnitt enthält Hinweise und Empfehlungen zur Planung ergonomischer Aktivitäten in Software- Entwicklungsprojekten. Bei der Erstellung des Kapitels wurde darauf Wert gelegt, eine möglichst ausführliche Auflistung aller wichtigen ergonomischen Tätigkeiten und deren Ergebnisse bereitzustellen.

Grundlage des Kapitels und des Leitfadens bildet die gültige internationale Norm DIN EN ISO 9241-210 (vorher DIN EN ISO 13407). In den Projektleitfaden fließen einerseits die Projekterfahrungen der Autoren, andererseits aber auch die Erfahrungen der an der Leitfadenerstellung beteiligten Software herstellenden Unternehmen ein.

Mit Hilfe der beschriebenen Projektaktivitäten lässt sich die Umsetzung der Ergonomie und damit auch die ergonomische Qualität des Produkts verbessern. Ein gute Projektplanung und damit eine möglichst vollständige Umsetzung ergonomischer Tätigkeiten bildet den Garant für die Sicherstellung der ergonomischen Produktqualität. Umgekehrt lässt sich jedoch nicht von einer guten Produktqualität auf das Vorhandensein dieser Tätigkeiten und Projektplanung schließen. Variabel ist auch, wie intensiv bestimmte Tätigkeiten betrieben werden müssen, um die Qualität des Produkts sicherzustellen bzw. die gesetzten Qualitätskriterien einzuhalten. Dies betrifft vor allem die Anzahl von Designzyklen.

Im Kapitel werden alle Tätigkeiten nach einer festen Struktur mit drei Ebenen aufgelistet:

Aufgabe
Aktivität
Aktion

Aufgaben sind übergeordnete Tätigkeitsbereiche, Aktivitäten sind als Empfehlungen und Untergliederung zu betrachten und stellen die wichtigsten Teilbereiche einer Aktivität und damit einer Aufgabe dar. Darunter sind eventuell noch Aktionen aufgeführt, die die Aktivitäten noch ein Stück näher konkretisieren. Das Kapitel ist in drei Aufgaben aufgeteilt:

1. Organisatorische Rahmenbedingungen einrichten
2. Arbeitsbedingungen für Design-/Ergonomieteam einrichten
3. Ergonomische Aktivitäten planen

Der vollständige Inhalt dieses Kapitels ist in der PDF-Version des Leitfadens enthalten. Hier folgt nur eine Übersicht über die Projektaktivitäten zur Umsetzung von Softwareergonomie:

Aufgabe: Organisatorische Rahmenbedingungen einrichten

Aktivität: Ergonomieverantwortlichen bestimmen (1)

Aktivität: Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche des Ergonomieverantwortlichen definieren (2)

Aktivität: Die Aufgabenbereiche Prüfen/ Testen (Qualitätssicherung) und Design (Entwicklung) personell voneinander trennen (3)

Aktivität: Sicherstellen der ergonomischen Kenntnisse und Fähigkeiten des (internen oder externen) Ergonomieverantwortlichen (4)

Aktivität: Zusammenarbeit des Ergonomieverantwortlichen mit anderen Aufgabenbereichen planen (5)

Aktivität: Abgrenzen des Aufgabenbereichs und der Entscheidungskompetenzen des Ergonomieverantwortlichen von den Aufgabenbereichen anderer Projektbeteiligter (6)

Aktivität: Einbinden des ergonomischen Aufgabenbereichs in die Projekt-/Firmenorganisation (7)

Aktivität: Einrichten eines unabhängigen Entscheidungsgremiums im Falle gravierender Meinungsverschiedenenheiten und Interessenkonflikte (Moderatorenrolle) (8)

Aktivität: Benutzerbeteiligung organisieren (9)

Aktivität: Kommunikationswege einrichten (10)
  Aktion: Mailverteiler und cc-Adressaten
  Aktion: Regelmäßige Meetings einrichten (Jour Fixe)
  Aktion: Ad-hoc-Meetings vorsehen und durchführen

Aktivität: Verzeichnisstruktur für Projektdokumente planen und Zugriff für Projektmitarbeiter einrichten (11)

Aufgabe: Arbeitsgrundlagen einrichten und betreuen

Aktivität: Benötigte Hardware (Testbedingungen) zur Verfügung stellen/einrichten (12)

Aktivität: Benötigte Software (zur Erstellung von GUI-Beispielen und Prototypen) auswählen (13)

Aktivität: Oberflächenrelevante Dokumente im Projekt ergonomisch betreuen (14)

Aktivität: Dokumentoptimierung und -standardisierung durchführen (15)

Aktivität: Ergebnisse ergonomischer Aktivitäten dokumentieren (16)

Aktivität: Bestehende öffentlich verfügbare Dokumente verwenden (17)

Aktivität: Erhöhte Aufwände durch die Entwicklungsumgebung für die Umsetzung ergonomischer Anforderungen einplanen (18)

Aktivität: Einfluss von Vorgehensweisen bei der Programmierung auf ergonomische Aktivitäten einplanen (19)

Aufgabe: Ergonomische Aktivitäten planen

Aktivität: Analyse des Nutzungskontextes planen (20)
  Aktion: Alle Ergebnisse und Informationen zum Nutzungskontext daraufhin prüfen, ob sie repräsentativ sind
  Aktion: Anhand der Ergebnisse prüfen, welche Funktionen der zukünftigen Software eine Verbesserung darstellen
  Aktion: Anforderungsdefinitionen durch Erkenntnisse im Laufe von Prototypenbeurteilungen ergonomisch nachbessern

Aktivität: Ergonomische Prüfungen planen (21)
  Aktion: Anzahl und Umfang ergonomischer Prüfungen planen
   a. Prüfung von sukzessiv verfügbaren Oberflächenbestandteilen
   b. Wiederholtes Prüfen von Oberflächen im Zuge des Designprozesses (Iterationen)

Aktivität: Qualitätssicherung planen (22)
  Aktion: Vorgehensweise bei sich wiederholenden Oberflächenbestandteilen prüfen, in denen identische Programmcodes verwendet werden
  Aktion: Stichprobenartige Vorgehensweise prüfen
Aktivität: Usability-Tests planen (23)
  Aktion: Planen, ab welcher Designphase bzw. ab welchem Grad an Lauffähigkeit eines Prototypen Usability-Tests durchgeführt werden

Aktivität: Pilotierungsbetreuung und Langzeitbeobachtung planen (24)
  Aktion: Benutzer in Workshops ergonomisch einweisen und zu allen weiteren Aktivitäten zur Analyse ergonomischer Mängel informieren
  Aktion: Helpdesk-Mitarbeiter trainieren
  Aktion: Trainingsbetreuung einplanen

© Copyright 2017  Lothar Bräutigam und Wolfgang Schneider